Einsatzzug

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Aktuelles

  • 16.05.2010 - Sanitätsdienstausbildung der Stufe B erfolgreich beendet -
  • 14.04.2010 – Einsatzzug und Fachzug Dekontamination der Kreisfeuerwehrbereitschaft treffen zusammen -
  • 09.04.2010 - Org.Leiter des Landkreises Cuxhaven besuchen den Einsatzzug -

Ehrenamt zum Wohle aller.

Es entspricht dem Selbstverständnis des Deutsches Rotes Kreuzes, dass alle seine aktiven ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Zivil- und Katastrophenschutz mitwirken um in Not geratenen Menschen zu helfen.
Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Menschen ehrenamtlich tätig sind.

Das Deutsches Rotes Kreuz verfügt flächendeckend über ein Hilfeleistungssystem, welches bei Schadenereignissen jeder Größenordnung schnell und flexibel in der Lage ist, abgestimmt auf die bereits bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes und der Feuerwehren, den betroffenen Menschen gezielt zu helfen. Das Deutsches Rotes Kreuz wird damit den veränderten Anforderungen gerecht, die sich aus dem Schadensereignissen einer modernen Gesellschaft entwickeln können. In seiner Eigenschaft als nationale Rotkreuzgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland erfüllt das Deutsches Rotes Kreuz damit außerdem die Verpflichtung, die es durch die Annerkennung der Bundesregierung und des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) übernommen hat.
Unabhängig davon wird mit Nachdruck auf die Verpflichtung von Bund, Ländern und Gemeinden hingewiesen, den Schutz der Bevölkerung in Notzeiten zu gewährleisten. Die Aufstellung und Vorhaltung von Einsatzeinheiten des Deutsches Rotes Kreuz sind ein partnerschaftlicher Beitrag dazu.

Die Einsatzeinheit. Das sind wir!

Einsätze

Interessiert sie, wo der Einsatzzug schon überall tätig war? Hier sind unsere letzten Einsätze aufgelistet. Mehr gibt es in der >> Chronik.

28.06.2010 - ca. 10.50 Uhr - Bahnunfall Cappel -

Gegen 10.50 Uhr löste die Rettungsleitstelle Vollalarm für den Einsatzzug aus. In Cappel in der Samtgemeinde Land Wursten hatte sich ein Bahnunfall ereignet. Die 61 unverletzten Fahrgäste sollten zunächst vom Einsatzzug betreut werden.

Schon nach kurzer Zeit standen für die Fahrgäste jedoch Reisebusse bereit, die sie zum nächstgelegenen Bahnhof brachten. Der Einsatzzug wurde deshalb bereits um 11.16 Uhr wieder abalarmiert. Die zwölf bereits am Depot angekommenen Einsatzkräfte rückten wieder ab.

Lars Ippich
Bericht-Nr. 200

04.06.2010 - 16.39 Uhr - Brandsicherheitswache in Misselwarden -

Um 16.39 Uhr wurde der Rettungswagen mit dem Stichwort "Notfall Feuer Misselwarden" zur Brandsicherheitswache alarmiert. In weniger als 20 Minuten rückte er dann zur Einsatzstelle aus. Dort war ein Haus in Brand geraten, in dem zunächst noch eine Person vermutet wurde. Dies stellte sich jedoch als nicht zutreffend heraus.

Das Feuer breitete sich in der Folge über weitere Gebäudeteile aus, verletzt wurde jedoch niemand. Um viertel vor zehn war der Rettungswagen zurück am Depot.

Lars Ippich
Bericht-Nr. 198

25.05.2010 - Christian Küper als DRK-Techniker in Haiti -

Kurzfristig wurde ein Elektroinstallateur für den Betrieb des DRK-Feldlazarettes und den anstehenden Umzug des mobilen Krankenhauses durch das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin gesucht. Voraussetzung für den Einsatz waren eine sofortige 4-6 wöchige Verfügbarkeit, englische Sprachkenntnisse und ein gültiger Reisepass.Es gelang eine Einsatzkraft aus den Reihen des DRK-Einsatzzuges Wesermünde zu gewinnen. Christian Küper, gelernter Elektroinstallateur und staatl. examinierter Rettungsassistent hatte gerade seinen neuen Reisepass abgeholt und kann seitens seines Arbeitgebers auch für 6 Wochen von seiner Arbeit freigestellt werden.Küper überlegte nicht lange und sagte zu. Es dürfte ein glücklicher Umstand sein, dass der primär als Elektrofachkraft für die technischen Aufgaben des Feldlazarettes nach Haiti fliegt, aber durch seine fundierte internationale, medizinische Ausbildung auch in anderen Aufgabenbereichen eingesetzt werden kann. Wenn es also mal keine Leitungen zu verlängern gilt, alle Leuchten funktionieren, das Stromnetz stabil läuft, kann Küper durchaus auch beim medizinischen Betrieb des Feldlazarettes unterstützend tätig werden.

Aus dem ferner Haiti errreichte uns nun folgende Grußworte:

"Da ich vor Hitze hier heute mal wieder nicht schlafen kann schicke ich Euch diese Zeilen. Wir haben zwar im Moment nur ca. 26 Grad aber die Zelte und sonstige Materialien sind noch ziemlich aufgeheitzt. Tags über herrschen hier weit über 40 Grad und heizen die Zelt auf ca 60 - 70 Grad auf. Schatten ist hier ein seltenes Gut.
Ventilatoren bringen hier ein bisschen Linderung wenn sie nicht gerade wieder von uns repariert werden müssen.

Die Arbeit hier ist sie echt ein hartes Brot. Dreck, Hitze, Sonneneinstrahlung und der immer wiederkehrende Kampf mit der Feuchtigkeit sorgen für reichlich Defekte und Kurzschlüsse an auch lebensnotwendige Aggregaten, Zelten und Maschinen. Dazu kommt noch das Leid der Menschen hier, aber die Stimmung unter den hier internationalen Hilfskräften ist wirklich gut.

Am Dienstag und Mittwoch Nacht hatten wir mit Regenfällen, wie ich sie in Bremerhaven noch nicht erlebt habe, zu kämpfen. Sinnflutartig stürzt das Wasser vom Himmel. Ein Gewitter das hier selbst gestandene Einwohner in Panik versetzte.


Mit 6 Technikern, die wir zu dem Zeitpunkt waren, haben wir versucht, eine mit Diesel und Elektropumpen in Minuten geflutete ambulante Station (Zelt) zu retten. Dieses gelang uns nicht wirklich und wir konnten nur die Schäden begrenzen. Während wir gegen das Wasser und Schlamm kämpften haben Ärzte und Krankenpfleger/ -schwestern weiter im Wasser stehend Patienten behandelt. Ärzte versuchten Patienten zu untersuchen während Pumpenagregatte zwischen ihren Beinen standen und wir Techniker auch noch im Versuch waren, medizinisches Material zu retten.

Mittwoch Abend nachdem wir den ganzen Tag Schäden beseitigt haben und wir uns auf eine Mütze voll Schlaf freuten bekammen wir einen weitere Lehre. Es kam noch schlimmer. Nun rief der OP um Hilfe. Wassermassen strömten bei wieder eingesetzten Monsumregen durch das Operation- und Sterisilationzelt und kurze Zeit später durch die schon erwähnte Ambulanz. Dazu kam dann noch, dass der Hauptstromgenerator immer wieder auf Grund von verunreinigten Diesel und überspannungen (verursacht durch Blitze) ausfiel. Der OP sowie das Sterizelt konnte soweit gerettet werden, dass trotz erhebliche Wasser- und Schlammschäden noch in der selben Nacht ein erfolgreicher Notkaiserschnitt durchgeführt werden konnte.

Nun arbeiten wir ständig mit lokalen Hilfskräften daran die Zelte das Feldkrankenhauses zu sichern. Mit Gräben und Sickergruben, die mit Kies gefüllt werden, versuchen wir der Wassermassen Herr zu werden. Ein Drainagesystem steht uns hier nicht zur verfügung. Improvisation ist gefragt. Mit Pumpen und Feuerwehrschläuchen "bauen" wir eine Entwässerung. Ersatzteile sind schwer zubekommen oder hängen immer wieder im Zoll fest. So muß schonmal der Akku eines Handfunkgerätes mißbraucht werden um es an einen mobilen Wehenschreibers zu löten damit es weiter benutzt werden kann.


Weiter ist es ein Problem europäische 230 Volt Technik mit amerikanischer 110 Volt Technik zu koppeln.
Hier kommt es immer wieder zu Bränden, da Mitarbeiter immer wieder, trotz Schulung und Wahnhinweisen, versuchen 110 Volt Technik an 230 Volt anzuschließen.

Rauchsäulen gehen immer wieder ringsherum ums Krankenhaus hoch da der Müll häufig einfach auf der Straße verbrandt wird oder in Brand gerät. Feuerwehren sind hier nicht mehr exzistent und dieses fordert hier auch jede Menge Brandopfer die hier dann versorgt werden, soweit es und möglich ist.

Soweit mein kleiner Einblick in die Arbeit hier vor Ort in Carrefour/ Haiti.
Ich versuche nun mal in mein Feldbett zukommen. Hier besteht eine Hurricanewahrnung "rot" ... und wer weiß wie lange ich heute nacht mal schlafen kann.


Chr. Küper
Bericht-Nr. 197

EQ-Zertifiziert