Auch der Einsatzzug beteiligte sich an der jährlichen Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Cuxhaven-Nord.
Das Übungszenario sah vor, dass in einem Textilrecyclingwerk ein Feuer ausbricht. 15 türkische Gastarbeiter sind obdachlos und müssen damit in einer Notunterkunft betreut werden. Diese Unterkunft muss allerdings zunächst errichtet werden. Aufgrund der Zugehörigkeit zum muslimischen Glauben stellt die Zubereitung der Speisen den Einsatzzug vor eine besondere Herausforderung: Alle Speisen müssen "halal", also nach dem islamischen Recht rein, zubereitet werden.
In dem Werk werden außerdem zwei Personen vermisst. Es stellt sich heraus, dass sie hinter großen Kleiderstapeln eingeklemmt und verletzt sind. Sie müssen von der Sanitätsgruppe versorgt werden.
Gleichzeitig wird ein schwerer Verkehrsunfall angenommen, an dem sowohl ein LKW als auch zwei PKW beteiligt sind. Auch hier soll der Einsatzzug tätig werden, denn die Übung sieht vor, dass alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind und daher der Alarm für die Kräfte des Katastrophenschutzes ausgelöst wurde.
Die groß angelegte Übung in Langen und Debstedt bedingte, dass alle Übungsteilnehmer verpflegt werden mussten. Hier kam der Fachzug Logistik der Kreisfeuerwehrbereitschaft zum Einsatz: Mit dem Verpflegungsdienst des Einsatzzuges stellen die Ortswehren Heerstedt und Heise Essen bereit.
Nachdem der Rettungswagen des Einsatzzuges kurz vor Beginn der Übung zu einem Realeinsatz gerufen wurde (siehe Bericht-Nr. 163), unterstützte die DRK-Einsatzeinheit Bremerhaven den Einsatzzug spontan mit 2 Krankentransportwagen. So konnte die Übung trotzdem noch wie geplant durchgeführt werden.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 162
Bei Baggerarbeiten wurde im Neubaugebiet Wittstedt ein vermutlicher Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Er stellte sich als eine 10-Zentner-Fliegerbombe mit Säurezünder heraus, die sofort entschärft werden musste. Die bewohnten Häuser im Umkreis von 500 Metern um den Fundort wurden deshalb aus Sicherheitsgründen evakuiert.
Der Einsatzzug wurde um 16.17 Uhr mit der Durchsage "Einsatz für den Einsatzzug, Evakuierung" alarmiert. Die Einsatzkräfte fanden sich daraufhin am Depot in Spaden in der Bereitstellung ein und rückten von dort als Zug zur Einsatzstelle aus.
Der erste Auftrag bestand darin, eine Betreuungsstelle zu errichten, in der sich die Betroffenen während der Evakuierungsmaßnahmen aufhalten konnten. Außerdem mussten gehunfähige und bettlägerige Anwohner nach Anweisung durch die Einsatzleitung beim Verlassen ihrer Häuser unterstützt werden. Die Einsatzkräfte des Sanitätsdienstes und der Feuerwehr halfen insgesamt sieben Darstellern, die sich bereiterklärt hatten, einen individuellen Fall zu spielen. Die Bandbreite reichte hier von Patienten, die selbst noch einige Schritte gehen konnten, bis zu bettlägerigen, die nicht mehr bei der Umlagerung mithelfen konnten.
Zuletzt war auch die Zubereitung von warmem Essen Bestandteil der Übung. Gegen 19 Uhr wurden alle Übungsteilnehmer vom Verpflegungsdienst neben Gulaschsuppe mit Bockwurst und Nudeln versorgt, im Anschluss folgte dann die Übungsnachbesprechung. Um 22 Uhr war der der Einsatzzug wieder einsatzbereit im Depot.
Außer dem DRK waren noch die Freiwillige Feuerwehren Hagen (mit einem Einsatzleitwagen) und Wittstedt an der Übung beteiligt. Neben den eigenen Beobachtern warfen auch Peter Galler, diensthabender Organisatorischer Einsatzleiter Rettungsdienst des Landkreises Cuxhaven, und Wilfried Wrede, Kreisfunkbeauftragter der Feuerwehr, sowie der Gemeindebrandmeister Karl Wilhelm Schnaars ein Auge auf alle Übungsbeteiligten.
Zugführer Björn Otten dankt der Bevölkerung und den Darstellern, außerdem der Freiwilligen Feuerwehr Wittstedt: "In ähnlicher Form werden wir diese Übung sicherlich noch einmal, dann aber an einem anderen Ort, durchführen".
Lars Ippich
Bericht-Nr. 161
Im Mai wurde die Ausrüstung des Rettungswagen des Einsatzuges um einen vollwertigen Defibrillator Corpuls 08/16 erweitertet (siehe Bericht 139a vom 25.05.09). Alle Ausbilder für den Sanitätsdienst erhielten jetzt eine Einweisung als Medizinprodukteberater durch die Firma Med-Fix. Sie können damit ab sofort im Rahmen der Aus- und Fortbildungen andere Einsatzkräfte auf dieses Gerät einweisen.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 160
Nachdem bereits im März der Entschluss gefasst wurde, den Arbeitsschutz im Einsatzzug weiter zu verbessern (siehe Bericht 125 vom 17.03.09), soll dies nun stringent umgesetzt werden. Dazu hat der Einsatzzug heute einen Ausschuss für Arbeitssicherheit (ASA) gebildet.
Das Depot wurde bereits im Mai durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit begangen. Die dabei aufgeworfenen Themen wird der Ausschuss in Zukunft bearbeiten. Zu den ersten Ansatzpunkten gehören die Prüfung von Feuerlöschern, Rolltoren, Leitern und Tritten sowie von "ortsveränderlichem elektrischen Betriebsmitteln" - darunter fallen beispielsweise Handlampen. Außerdem soll das Schloss in der Haupteingangstür gegen ein Panikschloss getauscht werden. So ist sichergestellt, dass dieser Fluchtweg jederzeit auch ohne Schlüssel begehbar ist. Die Beschilderung des Fluchtweges aus dem Lehrsaal heraus soll ebenfalls überprüft werden.
Über das geforderte Maß hinaus wird der Ausschuss auch präventiv tätig. Dabei geht es um konkrete Themen wie den Gehörschutz für alle Einsatzkräfte und die neue Einsatzkleidung (siehe Bericht 145a vom 01.07.09). Alle Fahrzeuge wurden außerdem mit Warnwesten über das vorgeschriebene Mindestmaß ausgerüstet: Statt nur einer pro Fahrzeug ist für jeden Sitzplatz eine Weste verlastet. Für mehr Sicherheit sorgt außerdem eine neue Sicherungs- und Schaltanlage im Depot. Auch Konzepte zu Ordnung und Sauberkeit, Hygiene sowie Schutzimpfungen werden entwickelt.
Der Ausschuss für Arbeitssicherheit hat sich zum Ziel gesetzt, die anvisierten und noch nicht durchgeführten Verbesserungen innerhalb der nächsten zwei Jahre umzusetzen.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 159
Die Bundestagswahl steht kurz vor der Tür. Militante Gruppen haben im Vorfeld gedroht, mit "blutigem Nachdruck" den Abzug der Bundeswehr am Hindukusch zu erzwingen. Am Samstag vor der Wahl wird in der Münchner Innenstadt unweit eines Wahllokals ein Sprengsatz gezündet. Die Politiker weigern sich jedoch, das Mandat der deutschen Truppen zu widerrufen.
Während der mehrtägigen Fortbildung Sanitätsdienst in Neuharlingersiel kommt es dann zu einem Anschlag. Ein Selbstmordattentäter mischt sich unter die Teilnehmer des Erntedankfestes in Wittmund. Eine Explosion inmitten der Menge tötet viele Menschen. Weil die Rettungsmittel, die im Landkreis Wittmund zur Verfügung stehen, nicht ausreichen, wird neben der Johanniter Unfallhilfe auch das Deutsche Rote Kreuz hinzugezogen.
Mit dieser Situation konfrontiert, mussten die Einsatzkräfte des Einsatzzuges den Patienten bestmöglichst helfen. Die Übung mit ihren vielen Verletzten erforderte es, zunächst festzustellen, wie schwer die Patienten verletzt waren. Anschließend wurde dann entschieden, wie die jeweilige Behandlung weiter verlaufen soll. Dies fand an der Patientenablage statt, einem Sammelplatz, an dem die aus dem Gefahrenbereich geretteten Patienten zur weiteren Versorgung übergeben werden.
Neben den Maßnahmen des Sanitätsdienstes sollte die Übung auch die Führungsstruktur und Einsatztaktik auf die Probe stellen. Außerdem wurde darauf geachtet, dass die Dokumentation des Einsatzes und die Registrierung der Patienten wie gelernt durchgeführt wurde. Für den einzelnen Helfer war die Übung ein Versuch, den Umgang mit einer belastenden, nicht alltäglichen Situation zu üben.
Beteiligt waren außerdem Laiendarsteller zur Realistischen Unfalldarstellung (RUD). Sie sorgten dafür, dass das Übungszenario noch realitätsnäher war und damit möglichst effektiv geübt werden konnte.
Die Übung war erfolgreich. Sie hat gezeigt, in welchen Bereichen sich der Einsatzzug noch verbessern kann und was bereits zufriedenstellend funktioniert. In Nachbesprechungen werden die Einsatz- und Führungskräfte entscheiden, was in der nächsten Zeit konkret verbessert werden soll.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 158
Die diesjährige Fortbildung für den Sanitätsdienst fand in Esens im Landkreis Wittmund statt. Ein Wochenende lang beschäftigten sich knapp zwei dutzend Einsatzkräfte aller Fachdienste mit neuen und alten Themen aus der Ausbildung.
Als Ergänzung zum Notfalltraining, bei dem der Erhalt des Wissens im Vordergrund steht, dient die Fortbildung für den Sanitätsdienst dazu, neue Inhalte zu erarbeiten, für die im Rahmen der übrigen Ausbildung weniger Zeit bleibt. Vier eigene Ausbilder aus den Reihen des Einsatzzuges arbeiteten Hand in Hand mit Holger de Lahr, der Lehrrettungsassistent und Trauma-Life-Support-Instruktor aus dem DRK-Kreisverband Neustadt am Rübenberge ist. Die Teilnehmer hatten alle mindestens die Sanitätsdienstausbildung B absolviert.
Auf dem Themenplan standen unter anderem die Immobilisation mit dem Spineboard, einem "Rettungsbrett" zur Rettung von Personen, bei denen die Wirbelsäule verletzt sein könnte, und mittels Vakuumschienen. Außerdem beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Handhabung von Larynxtuben (einem Hilfsmittel zur Atemwegssicherung) und dem neuen Defibrillator Corpuls 08/16. Auch weitere Neuerungen in der Ausrüstung wurden einmal genauer unter die Lupe genommen: Neue Verbandpäckchen für den Druckverband im Notfall aus Isreal, verschiedene Systeme zum Wärmeerhalt bei Patienten mit einer Unterkühlung sowie neue Lanzetten für die Blutzuckerbestimmung, die jetzt noch sicherer sind. Ein Planspiel, das die Aufgaben des Sanitätsdienstes im Einsatz zum Thema hatte, rundete die Fortbildung ab.
Die Unterbringung erfolgte in einer örtlichen Jugendherberge. Das leckere Essen dort trug mit zu der sehr guten Stimmung während der Fortbildung bei: "Eine tolle Sache", fand auch Björn Otten, Zugführer des Einsatzzuges.
Im nächsten Jahr wird die Ausbildung im Sanitätsdienst eine Umstellung erfahren, das bewährte Fortbildungssystem wird jedoch bleiben. Die Teilnehmer der diesjährigen Fortbildung sind bereits optimal auf die neuen Inhalte ab 2010 vorbereitet und konnten ihr Wissen festigen und vertiefen.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 157
Der Lions Club Langen-Pipinsburg spendete dem Einsatzzug 500 Euro. Präsident Jörg Gebauer und Günter Ahlfeld, Präsident 2008/09, überreichten die Spende an Zugführer Björn Otten und stellvertretenden Zugführer Sönke Mahrt.
Mit dem Geld konnte ein Lichtmast nebst Leuchtmitteln für den Anhänger des Betreuungsdienstes beschafft werden.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 155a
Am Abend war im Dachboden eines Einfamilienhauses in Heerstedt ein Feuer ausgebrochen. Der Rettungswagen des Einsatzzuges wurde um viertel vor acht alarmiert.
Bei Eintreffen versorgte der hauptamtliche Rettungsdienst zusammen mit einer Notärztin noch den Bewohner des Hauses, der starke Verbrennungen erlitten hatte. Die Einsatzkräfte des Einsatzzuges unterstützen hierbei mit Material und stellten im Anschluss die Brandsicherheitswache.
Neben dem DRK waren drei Ortswehren der Freiwilligen Feuerwehr mit insgesamt 80 Kräften vor Ort. Für die Besatzung des Rettungswagen endete der Einsatz gegen halb elf.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 155
Am 30. August fand in Loxstedt der Tag der Retter statt. Die Hilfsorganisationen waren der Einladung der Freiwilligen Feuerwehr gefolgt und präsentierten sich einem bunten Publikum.
Der Einsatzzug präsentierte sich mit dem Rettungswagen, einem Krankentransportwagen, dem Einsatzleitwagen und dem Vorauskommandowagen. Außerdem hatte der Verpflegungsdienst den Feldkochherd im Einsatz, um Verpflegung zuzubereiten. Zur Unterstützung waren deshalb auch der dazugehörige Gerätewagen Verpflegung sowie jener der Fachgruppe Technik und Sicherheit mit dabei.
Viele Besucher informierten sich im Zelt über die Arbeit des Einsatzzuges. Mitglieder der Sanitätsgruppe erklärten an der Reanimationspuppe die korrekten Maßnahmen zur Wiederbelebung. Selbst die jüngsten Besucher durften einmal ausprobieren, wie die Elektroden des Automatisierten externer Defibrillatoren (AED) richtig aufgeklebt werden. Auch die Handhabung eines Beatmungsbeutels wurde vorgeführt.
Die Einsatzkräfte der Sanitätsgruppe zeigten ihre Kenntnisse in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen: Während die Feuerwehr damit beschäftigt war, einen Fettbrand in einer Küchenzeile abzulöschen, versorgten die Kräfte des DRK die Patientin mit Brandverletzungen in ihrem Rettungswagen.
In einer zweiten Vorführung wurde direkt vor den Augen der Besucher ein Unfall mit einem Cityroller simuliert. Kurze Zeit später waren Helfer vor Ort und kümmerten sich um die Patientin. Mit Wärmedecke und Halskrause zur Stabilisierung der Wirbelsäule wurde sie auf die Trage umgelagert und dann zur Weiterversorgung in den Rettungswagen gebracht.
Im Laufe des Tages wurden auch mehrere Patienten behandelt: Einem Jungen war eine Holzlatte auf den Finger gefallen. Einsatzkräfte der Sanitätsgruppe legten einen Verband an. Einer älteren Dame, deren Allgemeinzustand sich verschlechtert hatte, konnte mit ein wenig Wasser wieder auf die Beine geholfen werden.
Lars Ippich
Bericht-Nr. 154
Nachdem etwa 90 Minuten vorher ein Blitzschlag den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Nordholz-Deichsende in Brand gesetzt hatte, wurde der Rettungswagen des Einsatzzuges kurz vor 15:00 Uhr zur Ablösung des hauptamtlichen Rettungsdienstes alarmiert. Bei Eintreffen der Kräfte war das Feuer bereits gelöscht, allerdings machten es die besonderen Gegebenheiten dieses Einsatzes erforderlich, dass die RTW-Besatzung zusammen mit dem bereits vor Ort befindlichen Leitenden Notarzt auch über die Dauer des Feuerwehreinsatzes hinaus zur Sicherheit vor Ort blieb.
Im Verlauf des Einsatzes stellte sich die vorübergehende Unterbringung der Hausbewohner als Problem da, da sie nach eigenen Angaben nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten. Neben den von Nachbarn getätigten Versuchen eine Unterkunft für das Paar zu finden, hat auch der Einsatzzug Bemühungen in dieser Richtung unternommen. Ein erst später hinzukommender Nachbar konnte dann aber spontan seine zur Zeit leer stehende Ferienwohnung zur Verfügung stellen. Der auf Bitten des Einsatzzuges von der Rettungsleitstelle alarmierte Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Nordholz hat im weiteren Verlauf die Koordinierung weiterer Hilfen für die Betroffenen übernommen, sodass der Einsatz kurz vor 18:00 Uhr, nach Eintreffen der Tochter der Hausbewohner, in Absprache mit dem LNA beendet werden konnte.
Sylvia Glüsing
Bericht-Nr. 153
